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FOTOGRAFISCHES LEBENSWERK DIGITAL PRÄSENTIERT

Frühe Reisebilder aus dem Orient

Weltreisender, Musikwissenschaftler, Komponist, Reisejournalist, Dokumentarfilmer, Reiseführer und Autor: Die Facetten Hans Helfritz sind vielfältig - ebenso wie sein umfangreicher fotografischer Nachlass mit über 80.000 Negativen, Abzügen und Dias aus allen Herren Länder.

Minarett und Brunnen im Hadramaut Stil (Jemen)

Quelle: Hans Helfritz: Vergessenes Südarabien. Berlin 1936.

Minarett und Brunnen im Hadramaut Stil (Jemen).

Hans Helfritz (1902 - 1995) fand seinen Weg in den Orient als er nach seinem Musikstudium - angeregt durch die Idee des Musikethnologen von Hornbostel, lokale Musiktraditionen aufzuzeichnen - sich, ausgerüstet mit Phonographen und Kamera, nach Ägypten, Palästina, Syrien und den Irak aufmacht. Die Erlebnisse dieser Reise fließen veröffentlicht er in dem mit zahlreichen Fotografien ausgestatteten Band "Unter der Sonne des Orient" - seine erste von rund dreißig weiteren Publikationen. Dank seiner Beziehungen zum Berliner Außenministerium, das ihm einen Kontakt vom Sultan von Makalla vermittelt, reist er zwischen 1931 und 1935 dreimal in den Jemen - immer auf der Suche nach der legendären Hauptstadt der Königin von Saba; schließlich gelingt es ihm tatsächlich, das verbotene Terrain zu erreichen. Seine packenden Schilderungen verbunden mit den spektakulären Fotografien aus einem damals in Europa noch weitgehend unbekannten Land brachten Helfritz zwar große Anerkennung doch nicht die nötige finanzielle Unabhängigkeit, so dass er sich kurzfristig entschloss den Auftrag einer Reederei für einen Werbefilm anzunehmen, der ihn über Indien, Sri Lanka und Malaysia nach Singapur und weiter nach Japan führte. Seiner regen Vortragstätigkeit und der zunehmenden Bekanntheit folgen Einladungen 1937 Einladungen nach Amerika und Mexiko, wohin ihn Filmaufnahmen 1939 zurück- und bis nach Guatemala führen. In den fünfziger Jahren zieht es Helfritz, der mittlerweile Deutschland den Rücken gekehrt hat und seit 1947 chilenischer Staatsbürger ist, erstmals nach Afrika, wo er den Westen des Kontinents durchquert bevor er 1961 in Nigeria an einem Projekt über afro-brasilianische Kulturbeziehungen teilnimmt. Zu Beginn der sechziger Jahre siedelt Helfritz nach Ibiza um in den Folgejahren u.a. vermehrt Reiseleitungen anzunehmen sowie die Reihe der DuMont Kunstreiseführer zu begründen. 1995 verstirbt Helfritz, der seit 1977 wieder die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, im Alter von 93 Jahren in Duisburg.

Helfritz überantwortete kurz vor seinem Tod seinen umfangreichen fotografischen Nachlass, der rund 80.000 Bilder umfasst, dem Rautenstrauch-Joest-Museum in Köln, das in den letzten Jahren die ersten 6.000 Fotodokumente als Grundlage für künftige wissenschaftliche Recherchen, inventarisierte. Die Aufnahmen dokumentieren vornehmlich Helfritz' frühe Reisen in den Jemen, vor allem in das Wadi Hadramaut. Die spektakulären Fotografien, die Hans Helfritz Anfang bis Mitte der dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts während seiner drei Reisen in das südliche Arabien aufnahm, begründeten seinen späteren Ruhm. Über 3.000 Negative bezeugen die Erlebnisse des jungen Deutschen aus dieser Zeit. Von seiner Reise nach Fernost sind weitere 5.000 Negative so wie Kontaktabzüge erhalten. Etwa die Hälfte aller Fotodokumente ließ sich Amerika zuordnen, 25.000 davon Südamerika, 15.000 Zentralamerika, ca. 10.000 Fotos stammen aus West- und Ostafrika, 5.000 aus Europa, annähernd 1.000 aus Australien und Ozeanien. 5.000 Fotos konnten bislang geographisch nicht eindeutig eingeordnet werden, über 40.000 sind zeitlich noch völlig unbestimmt.

Eine Ausstellung im Rautenstrauch-Joest Museum, Ubierring 45, 50678 Köln die auch im Internet besichtigt werden kann ( www.museenkoeln.de ).

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