«Ja, ich liebe meine Sahara, ich liebe sie mit einer dunklen, geheimnisvollen, tiefen, unerklärlichen, aber durchaus wirklichen und unzerstörbaren Liebe.»
Isabelle Eberhardt, Tochter einer russischen Aristokratin und eines unbekannten Vaters, wurde am 17. Februar 1877 in Genf geboren. Die Begeisterung für den Orient, die Ende des 19. Jahrhunderts zahlreiche Europäer erfasste, zog auch Isabelle in ihren Bann. Schon als Teenager trat sie, beeinflusst von ihrem Stiefvater, der auch ihr Interesse für die arabische Sprache weckte, zum Islam über. Mit zwanzig betrat sie - endlich - in Algier arabischen Boden. In den nächsten sieben Jahren durchstreifte die Abenteuerin, gekleidet wie ein Mann in Gandoura und Burnus, die noch weitgehend unerforschte Sahara.
In ihren Zeitungsreportagen, Briefen und Tagebüchern zeichnet Isabelle Eberhardt ein detailgetreues, einfühlsames Bild von den Menschen der Region. Aus kritischer Distanz beobachtet sie das Agieren der französischen Kolonialmacht, mit der sie mehrmals in Konflikt gerät. Vor allem aber beschreibt sie, die Nomadin, immer wieder die Wüste, in der sie ihre glücklichsten Stunden verbringt: «Dort haben die Winde des Himmels (...) freies Spiel, sie bauen Hügel, graben Täler, reißen Abgründe auf und schaffen, je nach Laune des Tages, neue vergängliche Landschaften.» Am 21. Oktober 1904 ertrinkt Isabelle Eberhardt, als der Wadi Ain-Sefra zu einem reißenden Fluß anschwillt, mitten in der algerischen Wüste.
Der vorzüglich ausgestattete Band mit zahlreichen historischen und modernen Fotografien zeichnet nicht nur das kurze Leben dieser faszinieren Literatin nach, sondern bietet auch einen Zugang zur Faszination der Wüste.
Catherine Sauvat, Jean-Luc Manaud (Fotos):
Isabelle Eberhardt.
Abenteuer in der Wüste.
Gr. 8°. 167 S., zahlr. z.T. ganzs. farb. Abb. Geb.
Gerstenberg Verlag, Hildesheim. 1. Aufl. September 2004.
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