Was Thesiger über diese unberührte Welt des Schweigens zu Beginn des letzten Jahrhunderts aufgezeichnet hat, gehört zur großen Expeditionsliteratur.
Wilfried Thesiger durchquerte 1947 bis 1950 als dritter Europäer die Wüste Rub al-Khali, das "leere Viertel" der arabischen Halbinsel, und lebte mit den Beduinen. Morgens um acht liegt schon ein gleißendes Licht über dem Land, und die Luft und der Sand und die Steine scheinen zu kochen. Dies spürte auch der britische Diplomatensohn Wilfred Thesiger, als er Ende der vierziger Jahre durch Arabien zog und sich den Wunsch seines Lebens erfüllte. Er durchquerte das "Leere Viertel", die Wüste Rub al-Khali und lebte zusammen mit Beduinen, die ihn begleiteten. Was er über diese unberührte Welt des Schweigens, die es so heute nicht mehr gibt, ist ein bedeutendes Dokument und gehört neben T.W. Lawrence "Die sieben Säulen der Weisheit" zu den großen Werken der Reise- und Expeditionsliteratur. "Wer heute nach dem Leben sucht, das ich in der
arabischen Wüste geführt habe, wird dies nicht finden; denn nach mir kamen die Ingenieure und Ölsucher. Heute ist die Wüste, durch die ich reiste, von den Spuren der Lastkraftwagen gekerbt und von den Abfällen der Importe aus Europa und Amerika übersät." - Wilfred Thesiger, geboren 1910 als Sohn eines englischen Diplomaten in Addis Abeba, dem heutigen Äthiopien, studierte in Eton und Oxford, ehe er 1947 den Verwaltungsdienst quittierte um sich fortan ganz seinen abenteuerlichen Reisen zu widmen.
Wilfred Thesiger: Die Brunnen der Wüste.
Mit den Beduinen durch das unbekannte Arabien.
Aus dem Englischen von Peter Stadelmayer.
8°. 353 S. 25 s/w-Abb. u. 2 Karten. Pp.
Piper Verlag, München 1998.
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